Heute möchte ich mich voll und ganz dem Samsung Galaxy S20 und dem Samsung Galaxy S20 Plus widmen. Warum ich beide Geräte in einem Review vereine ist leicht erklärt. Beide Geräte sind nahezu baugleich und unterscheiden sich nur geringfügig. Auf die genauen Unterschiede bin ich in meinem vorangegangenen Übersichts-Beitrag zur Samsung Galaxy S20-Reihe eingegangen. Doch nun möchte ich euch in einem kurzen Review die beiden Geräte der S20-Serie näherbringen. Zudem möchte ich mich der Frage widmen, lohnt es sich auf eines der beiden neuen Modelle umzusteigen, wenn man bereits ein Galaxy S10 oder S10 Plus nutzt?

Lieferumfang & Unboxing

Beginnen möchte ich wie immer mit einem kurzen Unboxing und mit einer Übersicht, was Samsung der neuen S20-Serie so beilegt. Es ist, wie meist bei High-End-Modellen, vieles gleich geblieben. Der Verkaufskarton gleicht dem der S10-Serie. Dieser ist wieder in Schwarz gehalten und wird mit einer etwas dickeren Banderole versiegelt. Auf dem Karton wurde auf der Front der S20 bzw. der S20 Plus Schriftzug abgebildet und auf der Rückseite noch die wichtigsten technischen Daten. Ich halte den Rundgang über den Verkaufskarton mit Absicht kurz, da im Grunde dieser gleich der Vorgängerserie ist.

Nach Durchtrennen des Siegels, lässt sich der Deckel nach oben wegziehen. Im Deckel selbst befindet sich das Simkarten-Tool sowie der obligatorische QuickStart Guide. Neben dem Smartphone selbst, legt Samsung noch ein Schnellladegerät mit 25 Watt bei. Schade ist hier nur, die gesamte Galaxy S20-Serie unterstützt eine Ladegeschwindigkeit von bis zu 45 Watt. Dieses neue Ladegerät lässt sich Samsung leider teuer bezahlen und legt es dem Lieferumfang nicht bei. Als Lade- bzw. Datenkabel liegt ein USB-C auf USB-C dem Gerät bei. Wer demnach auf seinem Mac oder Windows PC noch keinen USB-C Port verbaut hat, würde ich als Zubehör ein USB-A auf USB-C Kabel zur Datenübertragung mittels Samsung SmartSwitch empfehlen.

Als letztes Zubehör liegen noch original Samsung Kopfhörer bei. Diese sind, wie nicht anders zu erwarten, wieder powerd by AKG. Sie klingen absolut hervorragend und wer auf kabelgebundene Kopfhörer Wert legt, hat hier keinen Grund sich andere zu besorgen. Einzig zu erwähnen, dadurch dass die neue S20-Serie auf den klassischen Kopfhöreranschluss verzichtet, hat auch das beigelegte AKG Headset einen USB-C Anschluss.

Das Display

Eines meiner Highlights, egal ob S20, S20 Plus oder S20 Ultra, ist eindeutig das verbaute Display. Und das Schöne daran ist, dass dieser in jedem der neuen Modelle derselbe ist. Nur die Größe variiert von Smartphone zu Smartphone. Zum Einsatz kommt wieder ein Super AMOLED Display mit einer maximalen Auflösung von 1440 x 3200 Pixel. Doch damit nicht genug, zusätzlich spendiert der Hersteller der gesamten S20-Reihe noch eine Bildwiederholrate von 120Hz. Wer einmal auf einem 120Hz Display gearbeitet hat, möchte nie wieder ein Smartphone ohne. So schön sich dies auch anhört, so gibt es leider einen Wermutstropfen; nur bei Verringerung der Auflösung auf FHD+ sind die 120Hz nutzbar. Wenn man auf maximale Auflösung Wert legt, verringert sich die Bildwiederholrate auf 60Hz.
Ich wiederum nutze seit Anbeginn 120Hz und verzichte daher auf die maximale Auflösung. Man merkt kaum einen Unterschied, außer bei Videoinhalten. Diesen Kompromiss gehe ich gerne ein und empfehle dies auch jedem anderen. Durch 120Hz hat sich ein Smartphone noch nie so flüssig und schnell angefühlt wie eines der S20-Serie.

Einziger Unterschied zwischen den beiden Versionen ist die Größe, das Galaxy S20 kommt auf eine Displaygröße von 6,2 Zoll und das S20 Plus auf 6,7 Zoll. Dadurch ergibt sich beim kleineren S20, im Vergleich zum großen Bruder, eine höhere Pixeldichte. Diese ist jedoch mit freiem Auge kaum bis gar nicht erkennbar. Daher ist dieser Unterschied zwar vorhanden aber nicht nennenswert.

Prozessor

Auch im Bereich der technischen Ausstattung sind beide Smartphones hier nahezu gleich. Einzig im Bereich des verbauten Akkus unterscheiden sich beide Geräte von einander. Doch beginnen möchte ich mit dem verbauten SOC.

Als Prozessor kommt, wie nicht anderes zu erwarten, der hauseigene Exynos 990 zum Einsatz. Hier handelt es sich um einen 64 Bit Octa Core Prozessor mit einer maximalen Taktrate von 2 x 2,73 Ghz, 2 x 2,50 GHz sowie 4 x 2,00 GHZ. Unterstützt wird dieser von 8 GB Arbeitsspeicher. Somit ist ausreichend Rechenpower vorhanden, egal für welche Aufgabe. Ich für meinen Teil hatte zu keinem Zeitpunkt meines Tests das Verlangen nach mehr Leistung. Egal ob es nun ein grafisch aufwendiges 3D Game war oder Fotobearbeitung mittels Snapseed oder Lightroom Mobile for Samsung. Alles ging flüssig und zügig von der Hand.

Speicher

Auch wurde, wie schon in der S10 Serie, ein 128 GB großer Speicher verbaut. Dieser lässt sich mittels handelsüblicher MicroSD Speicherkarte auch wieder bis zu 1 TB erweitern. Auch wenn ausreichend Speicher vorhanden ist, würde ich dennoch eine Speicherkarte empfehlen. Alleine schon wegen des Back-Ups oder der Sicherung der persönlich wichtigen Dokumente und Dateien. Dies ist bei beiden Smartphones gleich.

Akku

Doch nun kommen wir wieder zum Unterschied; der verbaute Akku. Im Galaxy S20 sitzt ein Akku mit einer Kapazität von 4000 mAh und im Galaxy S20 Plus ein Akku mit einer Kapazität von 4500 mAh. Auch wenn die verbauten Akkus ein Grund zur Freude sein sollten, und ich betone sollten, so ist es leider nicht so, was ich äußerst schade finde. Die verbauten Exynos Prozessoren haben einen sehr hohen Standby-Verbrauch. 120Hz Bildwiederholrate sind leider Stromfresser. War es mit dem S20 Plus leichter durch den Tag zu kommen, so musste ich mit dem S20 bei normaler Nutzung oft Zwischenladen, wenn ich noch durch den Tag kommen wollte. Was im Grunde dank Schnellademöglichkeit auch nicht allzu schlimm war. Dennoch ist es für mich unverständlich warum wir in Europa das Exynos Gerät bekommen und im Rest der Welt dürfen sich Kunden über die Snapdragon Version freuen.

Die Kamera

Samsung legt in der aktuellen S20-Reihe mehr denn je Augenmerk auf die Kamera. So bekam das S20 sowie das S20 Plus ein großes Update. Verbaut wurde im S20 ein Triple-Kamera-Setup, bestehend aus einem 12 MP Weitwinkelsensor, einem 12 MP Ultraweitwinkelsensor sowei einem 64 MP Hauptsensor. Samsung setzt zusätzlich auf die sogenannte „Pixel-Binning“ Technik. Dadurch werden einzelne Pixel zu einem großen Pixel von der Software zusammengerechnet, sodass auch bei schlechten oder widrigen Lichtverhältnissen gute Aufnahmen zustande kommen. Es entsteht somit eine 12 MP Aufnahme.

Zusätzlich wurde dem S20 Plus noch ein 0,3 MP ToF Sensor spendiert. Dieser kommt im sogenannten Live-Fokus oder Live-Video Modus zum Einsatz. Dieser misst die Entfernung zum Objekt, sodass der Bokeh Effekt noch besser dargestellt werden kann. Was die Darstellung des Effektes betrifft, habe ich in der Praxis zwischen den beiden Versionen dennoch kaum Unterschiede gemerkt.

30-facher Spacezoom

Auch zum ersten Mal in der S-Serie, soll es möglich sein, Objekte aus großer Entfernung fotografieren zu können. Samsung spricht sogar von einem 30-fachen Spacezoom, welches das S20 und S20 Plus ermöglichen sollen.
Doch was steckt dahinter.

Ermöglicht wird dies in erster Linie dank des hochauflösenden 64 MP Kamerasensors. Somit wird ein 3-fach Zoom ohne Qualitätsverlust ermöglicht. Wenn man sich in diesem Zoombereich bewegt und auch noch ein Stativ nutzt oder eine ruhige Hand hat, sind die Ergebnisse auf jeden Fall sehenswert. Alles darüber hinaus wird mittels Hybrid-Zoom ermöglicht. Somit wird der zu vergrößernde Bereich des Bildes von der Software berechnet, aufgrund dessen leidet die Qualität. Einziger Vorteil der Hybrid-Zoom Technik ist, dass der Zoom stufenweise genutzt werden kann.

Dennoch muss ich sagen, die Bildqualität weiß in der Automatik durchwegs zu überzeugen, auch wenn sie mir für meinen Geschmack die Fotos etwas zu sehr überzeichnet. Hier ist definitiv ein Fortschritt zu erkennen.

Aber nicht nur die Zoom Funktion wurde verbessert, auch der Nachtmodus liefert aktuell bessere Ergebnisse als jene der S10-Serie. Hier ist Samsung aber immer noch hinter einem Google Pixel oder einem Huawei P30/P40. Wer Wert auf herausragende Low-Light-Eigenschaften legt, dem würde ich eher eines dieser Modelle empfehlen.
Um den Kamerateil abzuschließen, habe ich wieder ein paar Testaufnahmen für euch, welche ich mit dem S20 Plus aufgenommen habe.

Verfügbare Farben

Samsung hat für jeden Geschmack die richtige Farbe, so wird das Samsung Galaxy S20 in folgenden Farben angeboten: Cosmic Grey, Cloud Blue, Cloud Pink sowie Cloud White. Der große Bruder, das Galaxy S20 Plus wird bis auf Cloud Pink in den selben Farben angeboten wie das S20.

Lohnt sich der Umstieg von S10 auf S20?

Viele werden bestimmt vor der Frage stehen, lohnt sich ein Umstieg auf eines der Galaxy S20 Geräte wenn man selbst ein S10 Plus oder Galaxy S10 sein Eigen nennt? Hier muss ich ganz klar sagen, es würde sich nicht lohnen! Außer man bekommt das Gerät im Zuge eines guten Angebotes seitens der Telekommunikationsanbieter bei einer Verlängerung oder Neuanmeldung.

Doch warum lohnt es sich meiner Meinung nach nicht?
120Hz Bildwiederholrate ist zwar ein Traum und ich will es nicht mehr missen, dennoch ist das Display des S10, obwohl dieses nur mit 60Hz arbeitet, auch grandios und hier kann mit der maximalen Auflösung gearbeitet werden. Arbeitstempo im Alltag ist bei beiden herausragend, sodass ich im Alltag weder mit dem Einen noch mit dem Anderen Einschränkungen hatte bzw. habe.
Im Bezug auf die Kamera, besteht zwar ein Unterschied was Bildschärfe und Dynamikumfang bzw. den Zoom betrifft, jedoch ist für mich hier der Unterschied nicht groß genug um von einen lohnenden Wechsel zu sprechen.
Nun aber zur Antwort auf die Frage, würde es sich lohnen; meiner persönlichen Meinung nach nur bedingt.

Fazit

Samsung schickt mit dem S20 und S20 Plus zwei hervorragende Smartphones ins Rennen. Wie nicht anders zu erwarten, wurden dort Verbesserungen vorgenommen wo sie auch wichtig waren. Das schon hervorragende Display wurde nochmals verbessert und die Kamera hat ein großes Update erhalten. Einzig der Prozessor ist dem Preis aufgrund des hohen Stromverbrauches nicht würdig. Für nächstes Jahr erhoffe ich mir auch für Europa einen Snapdragon Prozessor.
Kurz und knapp zusammenfasst: Das S20 bzw. das S20 Plus ist mal wieder ein rundes Gesamtpaket, wo man getrost zuschlagen kann.

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